Apotheke

Im April 2003 eröffnete die seit über 150 Jahren bestehende St. Anna Apotheke in neuen, minimal dimensionierten Räumen in unmittelbarer Nachbarschaft des Münchner Hofbräuhauses. Fassaden und Raumkontur des denkmalgeschützten Eckladens auf zwei Ebenen waren detailliert zu erhalten. Im Gegensatz zu standardisierten Produkten und Verkaufsvorgängen werden das Gespräch an der Theke und die Arzneimittelherstellung selbst im Schaufenster präsentiert.

Die sanierte historische Fassade gibt den Blick ins Innere des Baukörpers frei.
Als rote, spiegelnd hochglänzende Oberfläche grenzt das Warenregal die Kunden vom Personalbereich ab. Es rahmt die bunten Schachteln, die blendfrei in warmen Farbtönen akzentuiert werden. Mit kühlen Farben im polaren Kontrast ist die Raumbeleuchtung vitalisierend und frisch. Die Lichter werden von der roten, geschwungenen Oberfläche diffus reflektiert, die dadurch je nach Standort changiert – es hat keinen Sinn, zu fragen, welche Farbe sie „wirklich“ hat.

Verkaufsbereiche für Selbstbedienung oder Bedienung sind in der fließenden Form nur durch die Position der Theke definiert. 6000 rezeptpflichtige Arzneimittel werden im ersten Stock in einer 7 m²-Box elektronisch verwaltet und über ein Transportsystem an die Verkaufsbereiche geliefert. Für den Apotheker wurde hier eine Restfläche mit 2 m² durch ein speziell angefertigtes Hubfenster als privater Arbeitsraum in leuchtendem Grün abgeteilt.

Veröffentlicht in AIT 11/2003, Baumeister 12/2005, DETAIL Jan/Feb 2005

Mitarbeiter: Yoko Nomura, Christoph Kiessling
Statik: Altmann + Littek, München
Lichtplanung: Lichtlauf/Christoph Matthias, Gauting
Typografie: ks_visuell, Wien/München